Land Hadeln | Weihnachtsgrussbrücke

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende.

„Ein neues Jahr erscheint, drum muss ich meine Pflicht entrichten,
die Ehrfurcht heißt mich hier aus reinem Herzen dichten,
so schlecht es aber ist, so gut ist es gemeint.“

Johann Wolfgang von Goethe

 

Verehrte Bürgerinnen und Bürger der Samtgemeinde Land Hadeln, geschätzte Gäste, Freunde und Bekannte!

Der Wunsch der Niederelbe-Zeitung, einen Beitrag der Samtgemeinde Land Hadeln für die Weihnachtsgrußbrücke 2019 zu verfassen,  zeigt erneut, wie schnell die Zeit vergeht. In wenigen Tagen endet das Jahr schon wieder; das doch gerade erst begonnen hat.   2019 ein Jahr mit vielen guten Momenten und auch mit weniger guten Ereignissen. Es ist liebgewordeneR Brauch, diese vorweihnachtliche Zeit zu nutzen, einen Blick auf die kommunalen Themen des ablaufenden Jahres zu werfen, eine kurze Bilanz zu ziehen und sich dann konzentriert den Themen der Zukunft zu widmen. Gerne lade ich Sie ein, mit mir gemeinsam auf einige Entwicklungen und Ereignisse des Jahres 2019 zurück zu blicken:

Beginnen möchte ich mit den jüngsten Mitgliedern unserer Gesellschaft: Mehr denn je ist die Bereitstellung von Betreuungsplätzen in unseren Kindertagesstätten gefragt. Nahezu in jeder Mitgliedsgemeinde werden die bestehenden Räumlichkeiten der Kitas nach Möglichkeiten zur Gruppenerweiterung abgetastet. Der bereits gestartete Neubau einer zusätzlichen Kindertagesstätte in Otterndorf sowie der in der fortgeschrittenen Planung befindliche Neubau in Cadenberge: Beide Einrichtungen werden zukünftig in der Betriebsführerschaft der AWO Soziale Dienste Bezirk Hannover gGmbH stehen und zu einer deutlichen Entlastung auf der Suche nach passenden Kita-Plätzen beitragen.

Der Ev. luth. Kinderspielkreis Oppeln, der wegen baulicher Mängel am Betriebsgebäude im Vorjahr in der wunderbar naturnah gelegenen Jugendherberge Wingst Unterschlupf gefunden hatte, konnte zu Beginn des neuen Kindergartenjahres im Sommer wieder in seine Räumlichkeiten zurückkehren. Diese außerordentliche Leistung ist nicht zuletzt den vielen tatkräftigen ehrenamtlichen Helfern zu verdanken. Und ich  möchte allen beteiligten Akteuren erneut ein herzliches Dankeschön aussprechen und ganz besonders den hilfsbereiten Herbergseltern der Wingster Jugendherberge. Nicht immer lässt sich ein spontan notwendig gewordenes Zusammenrücken so reibungslos gestalten, wie es hier in der Wingst der Fall war!

Die Neubauten der beiden Kindertagesstätten in Otterndorf und Cadenberge bedeuten zusammen mit der von der Samtgemeinde Land Hadeln zu finanzierenden Sanierung und Erweiterung der Grundschule Otterndorf ein Investitionsvolumen von mindestens 15 Mio. Euro, wobei die finanziellen Mittel für die Kindertagesstätten von den Mitgliedsgemeinden Otterndorf bzw. Cadenberge bereitgestellt werden. Es sind Investitionen in die Zukunft für unsere Kinder.

Der planerische Prozess für die Erneuerung und Erweiterung der Grundschule Otterndorf wurde im laufenden Jahr so gut wie abgeschlossen. Zahlreiche Untersuchungen geben nun Aufschluss über die vorhandene Substanz des Gebäudes, das immerhin über 125 Jahre alt ist, und die zu ergreifenden Maßnahmen. Die markanteste Erweiterung wird ein großzügiger Mensabereich sein, in dem die Schul- und Hortkinder zukünftig ihre Mahlzeiten einnehmen können und der zusätzlich die Stadt Otterndorf um einen sehr attraktiven Veranstaltungsraum bereichern wird. Neben zahlreichen energetischen, akustischen und sicherheitsrelevanten Neuerungen wird unter anderem auch das Außengelände den neuen Gebäudekonturen angepasst. Die Wünsche der Kinder sollen hierbei Eingang in die Planungen finden. Eines der spannendsten Arbeitsfelder in diesem Zusammenhang ist der Verbleib des Schul- und Hortbetriebs während der mehrjährigen Bau- und Sanierungsphasen. Verschiedene erarbeitete Varianten, vom Verbleib im Gebäude, über teilweiser Containerersatzlösung bis hin zur Auslagerung in Nachbarorte fanden bislang nicht die Zustimmung von Elternvertreter und Schulkollegium, was in Bürgerversammlungen und Sitzungen nachdrücklich zum Ausdruck gebracht wurde. Es wurden sogar Demonstrationen und Lichterketten organisiert, gleichwohl bleibt es auch weiterhin eine große Herausforderung, möglichst mit allen Beteiligten einen tragbaren Konsens zu erarbeiten, der die unumgänglichen Zwischenlösungen so weit als irgend möglich abfedert. Es muss bei allen Forderungen stets bedacht werden, dass die Mitgliedsgemeinden unserer Samtgemeinde diese bedeutendste Investition in die Zukunft unserer Kinder aus ihren Steuermitteln mit finanzieren.

Auch sonst ist wie immer viel Bewegung in der Schullandschaft der Samtgemeinde: Die Grundschule „Am Wingster Wald“ ging zum neuen Schuljahr als Ganztagsschule an den Start. An drei Tagen die Woche gibt es nun leckeren Mittagstisch, regional hergestellt, sowie anschließende, verschiedenartige Angebote für die Kids. Damit dürfen wir bereits der vierten von sieben Grundschulen in der Trägerschaft der Samtgemeinde zum Ganztagsbetrieb beglückwünschen. Und auch der Niedersächsische Kultusminister Tonne ließ es sich nicht nehmen, persönlich in der Wingst vorbei zu schauen, um der Grundschule einen Preis für die Teilnahme an herausragenden Projekten zu überreichen.

Mit der Verabschiedung eines Feuerwehrbedarfsplanes wurde die Entwicklung unseres Feuerwehrwesens auf zukunftssichere Füße gestellt. Die Beschaffung von neuen Fahrzeugen, zunächst für die Ortswehren Bülkau, Otterndorf und Wanna sowie der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Bülkau-Dorf stehen nun als erste Maßnahme auf der Agenda. Mittelfristig folgen weitere Neubauten sowie Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten. Doch nicht nur diese infrastrukturellen Maßnahmen der Daseinsvorsorge sichern die Zukunft unserer Feuerwehren, sondern vielmehr auch die Neugründung einer Kinderfeuerwehr in Otterndorf und überhaupt die gute und vielfältige Jugendarbeit in den verschiedenen Ortswehren. In diesem Jahr feierten drei Ortswehren ihre Jubiläen: Neben den Ortswehren Belum (85 Jahre) und Wanna (90 Jahre) feierte die Ortswehr Ihlienworth, die beachtliche 125 Jahre alt wurde. Hier waren in die Jubiläumsfeierlichkeiten die „Hadler Feuerwehrtage 2019“ eingebettet, die sich als eine perfekt organisierte Jubiläumsveranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger  Ihlienworths aber auch den vielen Gästen präsentierte. Alle Teilnehmer und Gäste der Wettkämpfe durften sich an einem gelungenen Festwochenende in Ihlienworth erfreuen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht versäumen, allen Kameradinnen und Kameraden in den Ortswehren der Samtgemeinde für ihren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz, der gesellschaftlich von immens hohem Wert ist, meinen herzlichen Dank auszusprechen. Ebenso geht mein Dank auch an die Bevölkerung, die die Aktivitäten der Wehren unterstützen und bei passender Gelegenheit, wie z. B. einem Jubiläum, den gesamten Ort mit großer Originalität in Glanz und Sympathie nachhaltig erstrahlen lassen.

Nachhaltigkeit ist ein großes Thema auf der globalen politischen Agenda – und auch in der Samtgemeinde Land Hadeln. Ende 2018 hat der Samtgemeinderat den Beschluss zur Vermeidung von Plastikmüll gefasst; in 2019 folgten diesem Beispiel alle Mitgliedsgemeinden. In der Wingst haben wir im Zoo und im Spielpark - und in Otterndorf in der Tourist-Info und in der Spiel- & Spaß-Scheune das RECUP-Mehrwegbechersystem eingeführt, um den Einsatz von Einwegbechern zu reduzieren. Diesem Gedanken folgend gibt es außerdem seit Kurzem einen 5.500 Becher umfassenden Mehrwegbecherausleihservice für das Durchführen von Veranstaltungen. Kostenfrei für ehrenamtliche Organisatoren wie Vereine und Verbände in den Gemeinden und gegen geringe Gebühr für kommerzielle Veranstalter.

Veranstaltungen gab es in den 14 Mitgliedsgemeinden unserer Samtgemeinde wieder zahlreich. Ein bunter Reigen, beginnend mit den Jahreshauptversammlungen der Vereine und Verbände, über Vereinsjubiläen und Volks- und Schützenfeste, Erntefeste bis hin zu den gemütlichen Weihnachtsmärkten in vielen Orten, spannt sich über das gesamte Jahr und sind Zeugnis von funktionierenden Ortsgemeinschaften, in denen sich der Alltag und die Freizeit liebenswert und lebenswert gestalten lässt. Auch hier gilt mein Dank allen Mitgestaltern, die im Großen oder auch im Kleinen ehrenamtlich zum Gelingen einer Veranstaltung beitragen.  

Das Bemühen um einen florierenden Tourismus gehörte, wie in anderen Jahren auch, ebenfalls zum laufenden Geschäft: So erhielt der Zoo in der Wingst unter Hinzunahme von Fördergeldern einen neuen Eingangsbereich. In Wanna durfte ein neuer Pächter für den gastronomischen Betrieb im Moorinformationszentrum (MoorIZ) begrüßt werden. In Otterndorf wurde der neue, beleuchtete Deichkronenpfad für die Öffentlichkeit frei gegeben und der Sauna-Betrieb in der Sole-Therme feierte das 15. Betriebsjahr und blickte auf über 300.000 Gäste in dieser Zeit. Die Unterkunftsangebote für Gäste wurden um Schlaffässer und ein Baumhaushotel erweitert. Schmackhaften Kaffee und andere Leckereien gibt es auch wieder im neu gestalteten „Café Brüning“ am Otterndorfer Kirchplatz. Außerdem wurden auf Initiative der Otterndorfer Skater Gruppe, Planungen zur Erweiterung der Skateanlage im Feriengebiet Achtern Diek aufgenommen . Diese Erweiterung soll 2020 realisiert werden.

Die Gemeinden Belum, Bülkau, Ihlienworth, Neuenkirchen und Osterbruch wollen einen Dorfentwicklungsprozess gestalten, dessen Ziel es ist, gemeinsame, aber auch individuelle Entwicklungen der Orte zu ermöglichen und damit die Dorfregionen zu stärken. Derzeit werden Gemeinsamkeiten und Verbindungen erarbeitet, was unter anderem mithilfe der Online-Bürgerumfrage „Was verbindet uns?“ geschehen wird, die unter der URL t1p.de/dorfentwicklung zu erreichen ist.

Allgemein sind viele bauliche Entwicklungen in allen Gemeinden der Samtgemeinde zu spüren: So wurden in Otterndorf im Baugebiet „Am Medembogen“ bereits an die 90 Grundstücke zur Bebauung vergeben. In Cadenberge sieht man am Ortseingang das neue Gewerbegebiet wachsen, Wingst, Odisheim, Nordleda, Steinau, Cadenberge, Bülkau, Neuhaus, Osterbruch und Wanna sind in der Vorbereitung neue Gebiete für Wohnbebauung zu erschließen. In der Gemeinde Oberndorf gab es ein großes Dorffest zum Abschluss der baulichen Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung, die eine komplett neu hergestellte Hauptstraße mit Gehwegen sowie einen neu gestalteten Platz rund um die Kirche ermöglichte. Eine Baumaßnahme, die in Kooperation mit dem Landkreis Cuxhaven abgewickelt wurde. Zu erwähnen ist außerdem, dass viele Kilometer unserer Straßen und Wege in unserer über 400 Quadratkilometer großen Samtgemeinde erneuert und saniert wurden.

Neue Wege gegangen ist der ehemalige Erste Samtgemeinderat Maik Schwanemann. Er wurde auf eigenen Wunsch zum 01. August 2019 aus seinen zahlreichen Ämtern gebührend verabschiedet und bedankt. Der Nachfolger im Amt, Herr Frank Thielebeule, wurde einige Zeit später Willkommen geheißen und ist nun dabei, die zahlreichen Fäden seines Tätigkeitsbereiches aufzunehmen und in feste Zügel des Handelns in seinem neuen Amt als Erster Samtgemeinderat zu verwandeln.

Auch der Vorsitz des Samtgemeinderates wurde zur hälftigen Legislaturperiode übergeben. Der bisherige Vorsitzende Eugen Böhm, der viel Dank und Lob für die geleistete Leitung der Samtgemeinderatssitzungen erntete, übergab dieses Amt zur Mitte des Jahres an das Ratsmitglied Hans-Peter Weber.

Allein in diesem Jahr wurden aus dem Ratsinformationssystem heraus für die 14 Mitgliedsgemeinden, die Samtgemeinde und 3 Gesellschaften (Bäderbetrieb, Tourismus und Wohnungsbau) über 200 Ausschuss- und Ratssitzungen vorbereitet, abgehalten, protokolliert und ausgeführt. Eine beachtliche Zahl, wie ich meine! Letztlich soll jede Vorlage ein Schritt zur Entwicklung unserer Samtgemeinde einleiten und wird häufig intensiv und auch strittig von den gewählten Ratsvertretern beraten. Demokratie pur!

Und nun noch ein kleiner Blick in die weite Welt, wo in zahlreichen Partnerstädten und – gemeinden  Menschen leben, die sich uns verbunden fühlen und mit denen wir aufs Herzlichste verbunden sind. Auch in 2019 fand zu ihnen reger Austausch in sehr vielfältiger und lebendiger Weise statt. Stellvertretend für die Vielzahl der gegenseitigen Kontakte möchte ich den Besuch einer Otterndorfer Delegation in der Partnerstadt Penzlin in Mecklenburg-Vorpommern hervorheben. Dort wurde am 29. März 2019 (dem 193. Todestag des Dichters und Homer-Übersetzers Voß) ein neues Johann-Heinrich-Voß-Haus eröffnet. Neben Penzlin gehen meine herzlichsten Grüße und frohen Weihnachtswünsche ebenso gerne nach Krasnonamensk (Russland), Sheringham (Großbritannien), St. Broladre (Frankreich), Mon (Dänemark), Krakau und Witkowo (Polen) sowie nach Owrutsch (Ukraine).

Abschließend möchte ich mein Grußwort gerne nutzen, um mich bei Ihnen allen zu bedanken, für Ihr Engagement in unseren über 200 Vereinen und Gemeinschaften,  in den politischen Gremien und in unseren zahlreichen Einrichtungen. Ihr Einsatz ist nicht selbstverständlich und ist doch so wichtig. Sie sind es, die es hier bei uns so lebenswert und bunt machen und die mich stolz machen, Ihr Bürgermeister zu sein. Und ich bin auch persönlich froh und möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie mich nach dem Wahlkampf in Cuxhaven so unprätentiös und unspektakulär meinen Dienst haben wieder aufnehmen lassen. Dankeschön!

Nun wünsche ich Ihnen, auch im Namen des Rates der Samtgemeinde und der Mitgliedsgemeinden, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, eine gute Zeit zwischen den Jahren und ein erfolgreiches und gutes Jahr 2020.

Haben Sie viel Spaß beim Lesen der vielen Grüße aus Nah und Fern.

Ihr Harald Zahrte