#GemeinsamNachhaltigSein

Wollen wir unsere gemeinsame Zukunft in der Samtgemeinde Land Hadeln nicht etwas nachhaltiger gestalten und mal mutig etwas Neues ausprobieren? Hier findest Du ein paar Tipps, wie Du in Deinem Alltag Plastik sparen und Nachhaltigkeit leben kannst.

Wie wir beim Gärtnern unsere Moore schützen können

Nachhaltigkeit im Garten – das geht! Ein bedeutender Faktor ist die Verwendung von torffreier Blumenerde.

Torfabbau lässt unsere Moore verschwinden, mit ihnen verlieren wir wichtige Funktionen, die sie unbemerkt von uns ausüben. Sie speichern große Mengen CO2 und schützen so unser Klima, sind Wasserspeicher, Filter und sie kühlen das regionale Klima. Diese Funktionen gehen durch Torfabbau verloren, viel gespeichertes CO2 gelangt in die Atmosphäre. Das gilt es ja gerade zu vermeiden.

Natürliche und naturnahe Moore sind die Heimat vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Nicht zuletzt dienen sie unserer Erholung.

Torffreie Pflanzerde findet man übrigens auch in Bau- und Gartenmärkten unserer Region. Dabei ist darauf zu achten, dass „torffrei“ oder „ohne Torf“ deklariert ist, „BIO“ ist hier kein Wegweiser.

Wer selbst die Möglichkeit hat, einen Komposthaufen anzulegen, verfügt nach einiger Zeit über reichhaltige Komposterde und kann sich selbst versorgen.

 

Fotonachweis: alle Fotos in diesem Dokument wurden von Kristin Scheele erstellt

Bienenwachstücher, die Alternative zu Frischhalte- und Alufolie

Das brauchst du

  • Baumwollstoff (gewaschen und trocken)
  • Bienenwachs (z.B. Platten oder Plättchen, gibt es auch beim ortsansässigen Imker)
  • Pinsel
  • Backpapier
  • Bügeleisen
  • Glas (z.B. altes sauberes Gurkenglas)
  • Topf

So wird es gemacht
Wachs in das Glas geben (Platten in kleine Stücke brechen) und im Wasserbad schmelzen.
Ein Backpapier auf eine feste, hitzebeständige Unterlage legen und das zugeschnittene Stück Stoff darauf legen.
Mit dem Pinsel das geschmolzene Bienenwachs gleichmäßig auf dem Stoff verstreichen. Nicht zu dünn, aber auch nicht zu dick auftragen, da macht Übung den Meister.
Ein weiteres Backpapier auf den Stoff legen und mit dem Bügeleisen den Stoff auf höchster Stufe bügeln (ohne Dampf). Dadurch verteilt sich das Wachs gut und zieht schön in den Stoff ein.
Zügig das obere Backpapier abziehen und das Bienenwachstuch auf eine gerade Fläche zum trocknen legen
Vorsicht! Das Tuch ist durch das Wachs und das Bügeln „heiß“

Vorteile von Bienenwachstüchern
Bienenwachstücher haben eine deutlich längere Lebensdauer als Frischhaltefolie oder Alufolie. Sie sind luftdurchlässig, antiseptisch, wiederverwendbar und geben weder Geruch noch Geschmack ab. Dabei bestehen sie aus Naturmaterialien, sind biologisch abbaubar und dabei in der Herstellung auch noch umweltfreundlich.
Verwendung
Nutzbar für Obst, Gemüse, Kuchen, Brot, Käse usw., auch Schüsseln und Töpfe können abgedeckt werden. Durch die körpereigene Wärme der Hände wird das Tuch flexibel und formbar, schmiegt sich an das umwickelte Lebensmittel und bleibt anschließend fest haften.
Achtung! Für rohes Fleisch, Fisch und warme Speisen darf das Tuch nicht genutzt werden!!!
Aufbewahrung und Pflege
Das Bienenwachstuch sollte möglichst bei normaler Raumtemperatur lagern. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, da ansonsten das Wachs verläuft.
Nach Gebrauch mit kaltem/lauwarmen Wasser und alkoholfreiem Spüli reinigen.
Sollte das Wachs nach einiger Zeit „bröseln“, das Tuch einfach zwischen zwei Blättern Backpapier überbügeln.

Regional und Saisonal Einkaufen

Der Einkauf regionaler Produkte unterstützt die kurzen, klimafreundlicheren Transportwege und dazu eben auch unsere lokale Wirtschaft.
Regional Einkaufen ist dabei gar nicht so einfach. Denn nach wie vor lässt sich bei vielen verarbeiteten Produkten gar nicht nachvollziehen, wo diese produziert wurden und wo die Grundzutaten angebaut wurden.
Dennoch gibt es Produkte, bei denen ein regionaler Einkauf möglich ist. Insbesondere auf unseren Wochen- und Landfrauenmärkten wird die Herkunft vieler frischer Lebensmittel häufig offen kommuniziert. Und auch in unseren Supermärkten findet man immer öfter Produkte von unseren regionalen Anbietern.
Saisonal einkaufen bedeutet, das Obst und Gemüse einzukaufen, welches gerade bei uns in der Region angebaut werden kann. Das hat einen positiven Effekt auf das Klima, da das Gemüse dann in unbeheizten Gewächshäusern oder im Freiland angebaut werden kann und gleichzeitig der Anbau von Gemüse in Regionen, die sowieso extrem unter Wassermangel leiden, nicht von uns gefördert wird.
Einen Überblick darüber, welches Gemüse und Obst gerade Saison hat, erhält man schnell auf regional-saisonal.de. Link: https://www.regional-saisonal.de/saisonkalender-gemuese

Wie war das noch mit den Blumen und den Bienen?

Ach ja! Ohne Biene, keine Erdbeeren mit Sahne. Kein Apfelmus. Keine Himbeer-Törtchen. Denn, die Biene ist die wichtigste Bestäuberin der Welt. (Quasi systemrelevant.)
An einem Tag kann sie bis zu 3.000 Blüten besuchen und sorgt so nicht nur für köstlichen Honig, sondern auch für Früchte – Obst und Gemüse. Doch, damit die Biene auch überleben kann, braucht sie Futter. Bienenfreundliche Blumen gibt es unendlich viele. Wichtig ist, keine Blumen mit „gefüllten Blüten“ in den Garten zu pflanzen.

Smartphones stecken voller wertvoller Ressourcen

Aus der Nachhaltigkeitsperspektive sollten wir unsere Smartphones so lang wie möglich im Einsatz behalten. Der schnelle technische Fortschritt verführt uns jedoch, recht schnell ein neues Modell unseres Alltagsbegleiters zu kaufen. Das „alte“ Gerät sollte dann möglichst weiterverkauft oder verschenkt werden. Auf diese Weise verlängert sich die Nutzungsdauer und sorgt für eine bessere Ökobilanz.
Irgendwann ist jedoch der Zeitpunkt gekommen, an dem das Smartphone nicht mehr genutzt wird und in der Regel in der Schublade verschwindet*. Dabei enthalten Altgeräte eine Vielzahl wertvoller Materialien wie Gold, Silber, Kupfer; Palladium, Kobalt und seltene Erden, die aufwendig abgebaut werden müssten. Als wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung sollten daher die ausgedienten Handys dem Recyclingkreislauf zugeführt werden. Dabei dürfen Smartphones nicht in der Restmülltonne entsorgt werden, da sie teils giftige und eben wertvolle Rohstoffe enthalten.
Bei Mobilfunkanbietern, Recyclinghöfen und bei speziellen Sammelstellen (z.B. hier: www.handysfuerdieumwelt.de) können die Handys umweltgerecht entsorgt werden. Wichtig ist, vor der Weitergabe oder der Entsorgung die Geräte zu säubern, alle Daten zu löschen und das Handy auf Werkseinstellungen zurück zu setzen!
*lt. neuesten Veröffentlichungen von Statista.com

Taschentuchboxen nutzen und so Plastikmüll sparen

Ein Taschentuch möchte man immer gern schnell zur Hand haben. Dabei kommen die herkömmlichen Taschentuch-Einzelpackungen ohne Plastikfolie drum herum leider nicht aus. Für unterwegs sind diese Packungen durchaus hygienisch und praktisch, für zu Hause oder das Büro jedoch gibt es eine tolle – inzwischen auch komplett plastiklose – Alternative: die Taschentuchbox. Sie passt hervorragend in die Küchen- oder Büroschublade oder kann auch direkt auf den Tisch gestellt werden. Die Boxen gibt es in den vielfältigsten Designs überall im Handel zu kaufen – und das schon für unter einem Euro pro Box.
WICHTIG: Die Herstellung von Papiertaschentüchern belastet die Umwelt lt. Umweltbundesamt übrigens stark, da zur Herstellung viel Holz, Energie und Wasser benötigt wird. Die Wahl von Taschentüchern aus Recyclingpapier ist damit die bessere Wahl. Ein Qualitätsunterschied zu Taschentüchern aus Frischfasern ist übrigens nicht ausmachbar.

 

Gemeinsam für eine klimagerechte Zukunft kämpfen

Viele haben noch die Bilder der für das Klima streikenden Schüler aus dem vergangenen Jahr im Kopf, wie sie in Massen durch die Straßen unserer norddeutschen Städte zogen. Inzwischen hat sich ein breites Netzwerk an Akteuren rund um die Initiative der Schüler gebildet. So werden die Forderungen der „Fridays for future"-Bewegung nach mehr Klimaschutz von vielen Wissenschaftlern, Prominenten und auch von der Initiative „Parents for future" unterstützt – und nun eben zu Hause im Netz. Das Engagement für den Klimaschutz wird auch bei uns in der Region Land Hadeln auf verschiedensten Ebenen gebündelt gelebt. Wer neugierig geworden ist, sich über die Ortsgruppen informieren oder mitmachen möchte, findet Informationen hierzu unter www.parentsforfuture.de  und www.fridaysforfuture.de.

Und auch der weltweit erste Klimastreik im Netz unter dem Motto #FightEveryCrisis, am 24.04.2020, wurde von 87.000 Teilnehmern allein in Deutschland unterstützt und zeigt, dass die Bewegung sich weiterhin dafür einsetzt, auf die Daten der Wissenschaftler zu vertrauen. Neben der Bewältigung der Corona-Krise wird auf die Dringlichkeit der Bewältigung der Klimakrise durch die Entscheidungen der Politik gedrängt.

Klimafreundlicher Durststiller

Unser Leitungswasser kommt in hervorragender, geprüfter Qualität – ganz ohne Umverpackung – aus der Leitung. Daher ist es am umweltfreundlichsten, Leitungswasser zu trinken. Wer nicht auf den Sprudel verzichten möchte, kann sich einen Wassersprudler für zu Hause anschaffen. Auf diese Weise sparen wir Plastik oder Glas-Umverpackungen, den Transportweg und auch noch das „Geschleppe“.

Und was ist mit unseren anderen Lieblingsgetränken? Hier ist „Mehrweg“ der bessere Weg.
Mehrwegflaschen sind umweltfreundlicher als Einwegflaschen, sie verursachen weniger Abfall, verbrauchen weniger Rohstoffe und weniger Energie als Einwegflaschen.
Wichtig: Längst nicht alle Pfandflaschen, die wir in die Geschäfte zurück bringen sind übrigens Mehrwegflaschen! „Zerknitterbare“ Plastikflaschen sind immer Einwegflaschen. Eine gute Möglichkeit, Einwegflaschen von Mehrwegpfandflaschen zu unterscheiden ist das DPG-Symbol auf Einwegflaschen sowie die Pfandhöhe. Das Einwegpfand beträgt einheitlich 25 Cent.

Papierfrei im Home-Office?

In dieser Zeit merken wir gerade, wie gut wir inzwischen digital arbeiten können und auf diese Weise unserer Arbeit zum Teil im Home-Office nachgehen können. Oft neigen wir dabei aber noch immer dazu, Schriftstücke oder sogar E-Mails ausdrucken zu wollen. Immer wenn wir gerade auf das Symbol „Drucken“ drücken wollen, sollten wir kurz fragen, ob wir den Ausdruck tatsächlich benötigen.

Hintergrund: Wir verbrauchen ungefähr 250 Kilogramm Papier pro Kopf im Jahr und hierfür werden unzählige Bäume gefällt. Wenn auf der Verpackung des Papiers „holzfrei“ steht, heißt das übrigens nicht, dass kein Holz verwendet wurde. Im Gegenteil! Die Holzbestandteile wurden mithilfe von Chemikalien aus dem Papier herausgelöst. Am besten für die Umwelt ist Recyclingpapier, welches leicht am Umweltzeichen „Blauen Engel“ zu erkennen ist.

Eine weitere Möglichkeit, Papier einzusparen besteht darin, den Drucker auf Doppelseitiges Drucken umzustellen. Und auch aus Fehldrucken lassen sich auf einfache Weise oft auch noch Mal- oder Notizblöcke machen.

Zeit für eine alternative Haarpflege?

Viele unserer herkömmlichen Shampoos enthalten noch immer Silikone und Mikroplastikpartikel, die unser Abwasser belasten und wir bekommen sie meistens nur in Plastikflaschen, die nicht nachfüllbar sind. Eine gute Alternative ist daher festes Shampoo mit natürlichen Inhaltsstoffen. Am klimafreundlichsten sind Haarseifen aus Olivenöl, während Haarpflegeprodukte auf Kokos- und Palmölbasis mehr Klimagase in der Produktion verursachen. Jetzt ist eine gute Zeit, um ein festes Shampoo oder eine Haarseife auszuprobieren. Denn unsere Haare müssen sich erst einmal an die natürliche Pflege gewöhnen und lassen sich in dieser Umstellungsphase nicht so gut stylen. Da wir ja aber gerade keine Partys, Familienfeiern oder Konzerte besuchen, bietet uns diese besondere Situation eine gute Möglichkeit, unseren Haaren Zeit für die Umstellung zu geben.

Waschmittel selbst machen

Waschmittel selbst herstellen? Ja! Wer einfach keine Lust mehr auf so viel Plastikmüll & Inhaltsstoffe hat, die man als Laie sowieso nicht verstehen kann, kann die Herstellung einfach mal zu Hause selbst ausprobieren.

Für das Waschpulver, geeignet für Bundwäsche und 60 C°-Wäsche, benötigst Du folgende Zutaten:

  • 100 g Kernseife
  • 150 g Waschsoda
  • 150 g Natron
  • natürliche ätherische Öle (wer mag)
  1. Die Kernseife reibst Du mit einer Haushaltsreibe in kleine Brösel
  2. Anschließend füllst du die klein geriebene Kernseife, zusammen mit den anderen Zutaten, in ein Glas (oder ein anderes verschließbares Gefäß). Verschließe das Glas mit einem Deckel und vermenge die Zutaten durch Schütteln gut. (Achtung! Das staubt etwas, daher den Deckel möglichst gut schließen.)

Pro Waschgang benötigst Du ein bis zwei Esslöffel Waschpulver - je nach Verschmutzungsgrad der Wäsche. Ein paar Tropfen ätherisches Öl Deiner Wahl kannst Du jeweils kurz vor dem Waschen in das Waschmittelfach hinzugeben.

Hinweis:

  • Für Fein- und Wollwäsche sollte dieses Waschmittel nicht verwendet werden, da die Fasern aufquellen können.
  • Einige Kernseifen enthalten Palmöl oder tierische Fette. Hier kannst Du, wenn Du noch nachhaltiger unterwegs sein möchtest, alternativ gut Kernseife aus Olivenöl verwenden.