Klassizistisches Gartenhaus am Süderwall

Das denkmalgeschützte Gebäude liegt zentral in der Altstadt von Otterndorf, umgeben von Hausgärten und von der Parkanlage "Eschweide", direkt am historischen Süderwall, ebenfalls ein Baudenkmal. Das klassizistische Gartenhaus wurde 1982/1983 instand gesetzt, modernisiert und damit bewohnbar gemacht. Es verfügt über ein ca. 30 qm großes lichtdurchflutetes Wohn- und Arbeitszimmer im Erdgeschoss, Küche und Bad sind im ausgebauten Kellergeschoss untergebracht.

In früheren Tagen wurde Geselligkeit in dem kleinen Gartenhäuschen groß geschrieben, denn früher verlustierten sich hier die Damen bei Kaffee, Kuchen und feinen Handarbeiten, wie man es so schön auf dem stummen Wegweiser am Häuschen lesen kann.

Heute hat es eine ganz andere Bestimmung. Jedes Jahr zwischen Mai und September dient es einem Stadtschreiber/ -künstler als Domizil, der vom Otterndorfer Kulturausschuss empfohlen wird.

Der Hamburger Schriftsteller Bernhard Lassahn schrieb über das große touristische Angebot. So schrieb er abschließend in seiner Lobeshymne auf die Kleinstadt:
"Ich könnte hier den ganzen Sommer verbringen, ohne auch nur ein Kapitel zu schreiben; ich müßte mich nur an all den Lustbarkeiten beteiligen."

Literaturstipendium Gartenhaus am Süderwall

Seit 1985 vergibt die Stadt Otterndorf jedes Jahr das Stipendium "Gartenhaus am Süderwall" an eine Schriftstellerin oder einen Schriftsteller. Das Stipendium umfasst den kostenlosen Aufenthalt im klassizistischen "Gartenhaus am Süderwall" von Mai bis September sowie einen Geldbetrag.

Auch wenn die Stipendiatin oder der Stipendiat zur Otterndorfer Stadtschreiberin bzw. Stadtschreiber gewählt wird, gibt es keinen Arbeitsauftrag. Die Stipendiaten sollen die Möglichkeit erhalten, fünf Monate lang abseits ihres Alltags in einer anderen Umgebung neue Ideen zu sammeln, Projekte zu entwickeln oder einfach in Ruhe zu arbeiten. Das einzige, was sich die Stadt Otterndorf wünscht, ist, dass die Stipendiaten in zwei öffentlichen Lesungen ihre bisherige Arbeit vorstellen.

Stadtschreiber:in-Stipendium

Das Stipendium
Schon viele Male seit 1985 wurde das Stipendium "Gartenhaus am Süderwall" vergeben. Das Stipendium umfasst das kostenlose Wohnrecht im Gartenhaus von Mai bis September eines Jahres. Die Betriebskosten für Strom, Wasser etc. trägt die Stadt Otterndorf. Des Weiteren wird der Stipendiatin bzw. dem Stipendiaten während des fünfmonatigen Aufenthalts ein Betrag von z.Zt. mtl. 900,00 Euro gewährt.

Das Verfahren
Als Voraussetzung für die Bewerbung als Stadtschreiber/in gilt der Nachweis mindestens einer selbstständigen Veröffentlichung in einem Verlag. Die Bewerbung sollte eine Biografie, Bibliografie, maximal 10 Seiten Leseprobe und eine kurze Darstellung der Gründe für die Bewerbung sowie die Vorstellungen über das Amt des Stadtschreibers/der Stadtschreiberin enthalten. Bitte senden Sie die Unterlagen ungeheftet bis zum 30. September an das Kulturbüro der Stadt Otterndorf, Marktstraße 21, 21762 Otterndorf. Die Mitglieder des Kulturausschusses der Stadt Otterndorf entscheiden in einem nichtöffentlichen Auswahlverfahren über die Vergabe des Stipendiums.

Otterndorf sucht den/die 38. Stadtschreiber:in für 2023 | Bewerbungsfrist: 30. September 2022

Stipendium Gartenhaus am Süderwall | Stadtschreiberin 2022

Es ist nun offiziell: Alexandra Stahl wurde zur 37. Stadtschreiberin der Stadt Otterndorf gewählt. Geboren wurde sie 1986, lebt in Berlin und ist freie Schriftstellerin und Journalistin.

„Alles Unbekannte ist für jemanden, der schreibt, erstmal gut — und ich freue mich darauf, im Sommer den Norden zu erkunden, von dem ich bislang viel zu wenig kenne. Ich finde es bereichernd, immer mal wieder für längere Zeit an fremden Orten zu leben und mich auf eine andere Luft, neue Menschen und fremde Geschichten einzulassen. In Otterndorf werde ich zum Einstieg wohl erstmal eine ganz klassische Stadtführung machen und mich hoffentlich bald zur Wattwanderung steigern. Hab ich nämlich noch nie gemacht. Außerdem hoffe ich auf guten Tee, im Norden trinkt man doch guten Tee?“

Alexandra Stahl hat Amerikanistik, Englische Literaturwissenschaft und Geschichte an der Universität Würzburg studiert und arbeitete anschließend zehn Jahre bei der Deutschen Presse-Agentur dpa. Sie war Finalistin beim open mike, Stadtschreiberin in der Europäischen Kulturhauptstadt Rijeka in Kroatien und Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses. Im Frühjahr ist ihr Debütroman „Männer ohne Möbel“ bei Jung und Jung erschienen. Für die Arbeit an ihrem zweiten Buch, einem Erzählungsband, der im Herbst 2022 erscheint, erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats. Für die Zeit in Otterndorf hat sich Alexandra Stahl einiges vorgenommen:

„Ich möchte in Otterndorf meinen Debütroman „Männer ohne Möbel“ vorstellen und mein zweites Buch, eine Kurzgeschichtensammlung, die im Herbst erscheint. Passend dazu plane ich einen Schreibworkshop rund um Short Storys anzubieten, bei dem die Teilnehmer — wenn sie denn mögen — auch selber Texte schreiben können, über die wir diskutieren könnten. Die Zeit im Gartenhaus möchte ich außerdem zur Arbeit an einem neuen Romanmanuskript nutzen. Und neben all dem werde ich natürlich mein Notizbuch füllen: Dass auch die Zeit in Otterndorf irgendwann mal in meinen Texten landet, ist nicht unwahrscheinlich. Bislang sind jedenfalls noch alle Orte, an denen ich mal länger gelebt habe, früher oder später in mein Schreiben eingeflossen.“

Von Juni bis Oktober wird Alexandra Stahl das Gartenhaus am Süderwall mit Leben füllen.

Geplant sind bisher ein Begrüßungsempfang am 4. Juni, die „Antrittslesung“ am 7. Juni und die Abschiedslesung am 13. Oktober. Außerdem wird Alexandra Stahl auf dem Kulturstrand Otterndorf lesen und die Nacht der Kultur am 26. August begleiten.

Wir freuen uns auf einen großartigen literarischen Sommer mit Alexandra Stahl!

Otterndorfer Stadtschreiber:innen waren bisher:

  • 1985 Manfred Hausin, Göttingen
  • 1986 Manfred Böckl, Lappersdorf/Regensburg
  • 1987 Dr. Giovanni Nadiani, Reda/Italien
  • 1988 Renate Axt, Darmstadt
  • 1989 Ludwig Fels, Wien
  • 1990 Bernhard Lassahn, Hamburg
  • 1991 Norbert Ney, Hamburg
  • 1992 Helga Lippelt, Düsseldorf
  • 1993 Herbert Friedmann, Darmstadt
  • 1994 Dr. Tom Crepon, Lübeck
  • 1995 Walter Laufenberg, Mannheim
  • 1996 Mario Giordano, Hamburg
  • 1997 Peter Roos, Wien/Marktheidenfeld a.M.
  • 1998 Silke Andrea Schuemmer, Aachen
  • 1999 Martin Betz, Berlin
  • 2000 fünf ehemalige Stadtschreiber
  • 2001 Britta C. Dunker, Kiel
  • 2002 Frank Goyke, Berlin
  • 2003 Till Sailer, Bad Saarow, Brandenburg
  • 2004 Anna Langhoff, Berlin
  • 2005 Dr. Verena Liebers, Bochum
  • 2006 Ariane Grundies, Berlin
  • 2007 Hartmut Lohmann, Bochum
  • 2008 Renate Schoof, Köln
  • 2009 Inés Burdow, Berlin
  • 2010 Ivette Vivien Kunkel, Witten
  • 2011 Finn-Ole Heinrich, Hamburg
  • 2012 Alexander Häusser, Hamburg
  • 2013 Boris Preckwitz, Berlin
  • 2014 Uwe Kolbe, Hamburg
  • 2015 Artur Henryk Dziuk
  • 2016 Rolf Ackermann
  • 2017 Andrea Hensgen, Frankfurt
  • 2018 Anja Seelke, Stade
  • 2019 Marie-Alice Schultz
  • 2020 Dr. Massum Faryar
  • 2021 Dr. Almut Tina Schmidt
  • 2022 Alexandra Stahl
Ansprechpartner

Ansprechpartner/in

Julia Heuer
Kulturbüro Otterndorf | Samtgemeinde Land Hadeln
04751 919-102
kultur@otterndorf.de